Telefonieren mit Erich Hess

09Jul09

“Junge SVP ruft Bürger zum Denunzieren auf”, titelte der Tagesanzeiger gestern online. Erich Hess, Mitglied der jungen SVP und Berner Stadtrat, hat eine  Hotline der besonderen Art eingerichtet. Bernerinnen und Berner können darauf anfrufen und Sozialhilfe-Missbräuche melden – dabei sitzt Hess selbst am anderen Ende der Leitung. Nicht nur Vorfallsschilderungen, auch “Beweismittel wie Fotos oder allenfalls Belege” (20Minuten online) seien dabei gefragt. Dieser sehr direkte Austausch des Politikers mit der Bevölkerung, oder wie der Tagi es nennt: dieses “Spitzeltelefon”, findet bei Sozialdirektorin Edith Olibet unüberraschenderweise kein Verständnis. Es sei nicht die Aufgabe einer Partei, Deunziantentum zu fördern, so Olibet.

politnetz.ch empfiehlt Herrn Hess, Frau Olibet und den telefonierenden Bürgerinnen und Bürgern auf politnetz.ch über Sinn und Unsinn dieser Aktion zu disktuieren – in der in Kürze startenden Testphase nämlich. Der Countdown läuft…

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8 Responses to “Telefonieren mit Erich Hess”

  1. Es zeugt schon von einem verqueren Staatsverständnis, wenn ein Legislativ-Politiker sich anmasst, in seiner Freizeit Exekutiv-Ersatz für den Bürgerunmut zu spielen. Mit welcher Legitimation tut Herr Hess dies? Diese klassisch volksvertreterparteiliche PR-Aktion bedient nur Klischees und hilft ganz nichts. Wenigstens ist der Herr Hess solange am Telefon beschäftigt und nicht in der Arena…

    • 2 hofnarr

      Dumm nur, dass sich Hessen s Wähler fast ausschliesslich aus dieser Schicht kommen. Nun tun sie eben, was der Schweizerbünzli sozusagen mit Begeisterung betreibt: Sie dennunzieren sich gegenseitig! :-)

  2. 3 Sabrina Glanzmann

    Es stellt sich auch die Frage nach einer genaueren Erläuterung dessen, wie er die Informationen zu den Missbräuchen “kurz auf ihre Richtigkeit”, so Hess, überprüfen will. Vor allem das “kurz” dürfte erste Hürden stellen.

  3. Anscheinend hat die SVP eine gewisse Affinität zum Begriff “Tele”. Doch genau so einseitig wie diese Kommunikationsform scheinen die Gedankengänge zu sein, denn die Möglichkeit Mitbürger zu denunzieren ist höchst fragwürdig. Das ganze läuft gefahr, eine modernen Hexenjagd zu werden.

  4. 5 Paul Rohner Bern

    Wer eine saubere Weste hat kommt nicht auf Stasivergleiche. Es schreien doch nur diejenigen auf, die entweder selbst nicht ganz lupenrein sind oder notorische SVP Feinde. Denkt daran, Negativwerbung die Ihr betreibt ist sehr gute Werbung. Die SVP wird es euch im Jahre 2011 zu danken wissen. Gut, dass es noch Politiker mit Zivilgourage gibt, die sich nicht scheuen ohne Rücksicht auf eigene Verluste sich zu exponieren. Schläfer und Duckmäuser gibt es genug.

    Der Vergleich zu Stasi und Securitate usw. hinkt beträchtig. Da wurden Menschen ohne Rücksicht abgeholt und viele verschwanden für immer. Oder es wurden Geständnisse durch Folter erzwungen. Wer solche Vergleiche heranzieht verkennt wissentlich den Unterschied.

    Hier sollte ja nur der Missbrauch bekämpft werden. Damit unterstützt Herr Hess die Sozial- und IV- Berechtigten. Was dabei falsch sein soll frage ich mich. Was diese Aktion, mit dem Autounfall unter Alkoholeinfluss zu tun hat ist mir schleierhaft. Selbstverständlich, Wer fährt trinkt nicht, dafür erhält er auch seine gerechte Strafe.

  5. Die Worte “denunzieren” und “Spitzel-Telefon” stammen aus dem erwähnten Tages-Anzeiger-Artikel sowie “Schnüffler-Telefon” aus dem 20Minuten-online-Artikel. Und in jenem Artikel wird der SP-Stadtrat Ruedi Keller mit den Worten zitiert: «Das erinnert an die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland.»

    Anstatt sich nun auf eine Wort-Polemik und ermüdende, aber in der Schweizer Politik immer wiederkehrende Drittes-Reich-Vergleiche einzulassen, müssen wir als Bürger uns doch Folgendes fragen:

    1) SVP-Stadtrat Hess ist eine erfolgreiche PR-Aktion gelungen. Er hat es in die Medien geschafft, bravo! Doch sind damit noch überhaupt keine Probleme gelöst, weder beim Sozialhilfe-Missbrauch noch sonstwo. Hess hat es einfach geschafft, den Druck auf Edit Olibet und die Stadtberner Sozialhilfe-Praxis zu erhöhen.

    2) Auch SP-Stadtrat Ruedi Keller hat es mit dem Drittes-Reich-Vergleich in den 20Minuten-Artikel geschafft, bravo! Doch sind auch damit keine Probleme gelöst, weder beim Sozialhilfe-Missbrauch noch sonstwo. Keller hat uns klargemacht, dass auch er Dritte-Reich-Vergleiche machen kann und er hat der Diskussion gleich den polemischen Ton vorgegeben: Wer nun für Hess und seine Aktion argumentiert, der findet das Dritte Reich also anscheinend in Ordnung. Hallo?! So diskutieren wir niemals über die Sache.

    3) Würde ich (wenn ich in Bern wohnte), Herrn Hess anrufen, wenn ich sehe, dass mein Nachbar im Garten Hecken schneidet, wo er doch angeblich IV-Bezüger ist? Diese Frage kann jeder für sich selbst beantworten.

  6. 7 remo

    Missbrauch, Missbrauch… Kaempfen gegen Muehlen! Die Zahlen, die durch den Einsatz von Sozialspitzeln in den letzten Jahren zu Tage kamen zeigen: 95% und mehr der Leistungsempfaenger sind sauber!

    Es gaebe eine Moeglichkeit, die IV missbrauchsicher zu machen: die Rente an alle Buergerinnen und Buerger auszahlen!

    Toent absurd? Ja, genau, wie ein menschliches System fehler- und missbrauchsfrei zu machen!

    Moralisten, weisse Westen, dass ich nicht lache! Moechte lieber nicht wissen, was diese Gutbuerger fuer Leichen in ihren Schraenken haben

  7. Bitte ruft ihn doch an und beschäftigt ihn:
    079 328 77 86


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