Begeisterungsfähig und lernwillig in Sachen Social Media – Die Grünliberalen
von Adrienne Fichter. Über den Siegeszug der Grünliberalen wurde schon viel geschrieben, spekuliert und analysiert. Die Erdrutschsiege in den jüngsten Kantonsratswahlen beweisen, dass die neue politische Kraft mit ihrer programmatischen populären Kombination von Ökonomie und Ökologie irgendwie den Nerv des modernen Zeitgeists getroffen hat. Kritiker werfen den Politikfrischlingen die neu im Amt sind Technokratismus, Opportunismus oder unkooperatives Verhalten in der Ratspolitik vor.
Nun folgt mein unvoreingenommenes Urteil aus der Warte von Social Media: Bei den Grünliberalen handelt es sich um eine Politikergeneration, die mit dem Web 2.0 fast schon “sozialisiert” wurde und für die Möglichkeiten des direkten Online-Dialogs zu begeistern ist. Wenn ich an die Schulungen der Grünliberalen eingeladen werde, fällt mir auf, wie selbstverständlich diese doch eher unerfahrenen Politikfrischlinge die neuen Online-Kanäle nutzen und in ihre politische Kommunikation integrieren. Im Gegensatz zu anderen arrivierteren Parteien fällt am Wenigsten die Frage, was ein Engagement im Internet “denn nun effektiv bringe” und ob die Wähler doch wirklich im Internet anzutreffen seien (gekoppelt daran die Anschlussfrage, ob bereits irgendwelche Zahlen und Studien zu Facebook & Co. vorliegen würden, die diese Relevanz untermauern könnten). Sondern die Grünliberalen interessieren sich vor allem dafür, wie sie effektiv mit anderen Bürgern im Netz kommunizieren und diese für ihre Themen gewinnen können. Die Nutzung von Social Media und Plattformen wie politnetz.ch gehört dabei genauso zum politischen Standardrepertoire der Wahlkampfmassnahmen wie Standaktionen am Samstagnachmittag.
Die meisten Mitglieder der GLP waren entweder vorher bereits politisch interessiert oder engagiert oder sind durch jüngere Entwicklungen politisiert worden. Viele erlernen das politische Rüstzeug neu und sammeln wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben Unterschriften für eine Initiative (wie aktuell für die “Energie-statt Mehrwertsteuer”-Initiative). Zwar dokumentieren sie diese einzelnen Lernschritte nicht so akkurat und transparent auf ihrer (erstaunlicherweise doch eher karg gehaltenen und nicht immer aktualisierten) Parteiwebsite wie dies zum Beispiel die anderen politischen Newcomer Piraten mit ihrem Online-Tagebuch und virtuellen Versammlungsort, dem Piraten-Wiki, zu tun pflegen. Doch ihre Offenheit gerade für solche Inputs von aussen und ihre öffentlich zur Schau getragene Freude über die erste T-Shirtkollektion (mit der mich die motivierten jungen GLP’s am St. Galler Bahnhof empfangen haben) sowie weitere digital festgehaltene Etappenerfolge im Wahlkampf, erwecken einen symphatischen Eindruck.
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Schön, das mir so en gueta Idruck hend chöna hinterloh…!
Und ihr seid auch die Ersten, die kommentieren. Toll;-) Vielen Dank für die Einladung, Michelle.
Schade war ich nicht in der Schweiz, wäre auch gerne dabei gewesen …
War ein super Event:-)
rock on. weiter immer weiter!
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